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WALA Pflanzenarchiv
Walderdbeere

Synonyme: Besingkraut, Darmkraut, Erbel, Erbern, Flohbeere, Hafelsbeere, Rote Besinge
Wissenschaftlicher Name: Fragaria vesca L.
Familie: Rosaceae (Rosengewächse)

Heimat

Europa und Nordasien.

Inhaltsstoffe

Gerbstoffe, vor allem in der Wurzel und in älteren Blättern; Vitamin C, vor allem in den Früchten; Flavonoide; wichtige Mineralstoffe, z.B. Eisen.

Beschreibung

Kleine Geschmackswunder sind diese Rosengewächse. Wer Walderdbeeren kosten möchte, kann leicht eine Pflanze auf dem Balkon oder im Garten hegen oder sucht nach ihr im lichten Wald an eher sonnigen Wegböschungen. Die mehrjährige Staude wächst rosettenförmig bis zu 20 Zentimeter hoch und bildet zahlreiche Ausläufer, die an den Wachstumsknoten neue Pflänzchen bilden. Blätter, Blüten und Früchte sehen eindeutig nach den Erdbeeren aus, die wir aus der Obstabteilung kennen, sind allerdings sehr viel kleiner. Die Erdbeeren werden gut einen Zentimeter groß – sind aber geschmacklich umso intensiver. Was wir uns als Erdbeere schmecken lassen, ist übrigens eine so genannte Scheinfrucht. Aus den bestäubten Blüten, die ab Mai oder Juni und bei sonnigem Standort bis zu den ersten Frösten blühen, entwickelt sich das Fleisch aus dem Blütenboden. Auf dieser Scheinfrucht sitzen die eigentlichen Früchte: die kleinen Nüsschen. Deshalb bezeichnen die Botaniker diese Gebilde auch als Sammelnussfrucht. Im Gegensatz zu den goldenen Nüsschen der Gartenerdbeere sind die der Walderdbeere rot gefärbt. Die rote Farbe zieht allerlei Tiere an, denen die Früchte ebenso gut munden wie uns. Rotfuchs, Dachs, Eichhörnchen, Igel, Rötelmaus und Siebenschläfer sowie allerlei Vögel, Schnecken und Insekten scheiden die unverdaubaren Nüsschen nach dem Verzehr wieder aus und tragen dadurch zur Verbreitung der Walderdbeere bei.

Verwendung

Ein Tee aus den gerbstoffreichen Blättern kommt zum Gurgeln bei entzündlichen Schleimhäuten zum Einsatz. Als Tee zum Trinken hilft er bei Magen- und Darmstörungen, insbesondere bei Durchfällen, und wirkt als Eisenlieferant unterstützend bei Blutarmut. In Kombination mit Weinblättern verbessern Erdbeerblätter zudem die Leber- und Gallefunktionen. Sebastian Kneipp (1821-1897) empfahl Erdbeerblättertee als Getränk für schwächliche Kinder. Reife Walderdbeeren gehören zu den Vitamin-C-reichsten Früchten. Die Homöopathie behandelt mit potenzierten Früchten Nesselausschläge, Verdauungsschwäche und Durchblutungsstörungen.

Wissenswertes

Der wissenschaftliche Name Fragaria leitet sich vom lateinischen Wort fragare = duften ab. Der Namenszusatz vesca bedeutet essbar. Und die deutsche Bezeichnung Erdbeere beschreibt den bodennahen Wuchs der beliebten Früchte.

Die Walderdbeere ist nicht die Wildform unserer Gartenerdbeere (Fragaria × ananassa). Diese ist vielmehr eine Kreuzung aus den beiden in Amerika beheimateten Arten Chile-Erdbeere (Fragaria chiloensis), die wegen ihrer großen Früchte auffiel, und der Scharlach-Erdbeere (Fragaria virginiana). Die Kreuzungsversuche selber fanden in europäischen Gärten zwischen 1714 und 1759 statt mit dem Ziel, frostfeste Erdbeerpflanzen mit größeren Früchten als die Walderdbeere zu gewinnen. Ab dem 14. Jahrhundert waren es noch die Walderdbeeren, die man auf großen Flächen in Kultur nahm. Die Walderdbeeren gehörten aber bereits in der jüngsten Steinzeit auf den Speiseplan der Menschen, wie archäologische Funde belegen. Mit dem Aufkommen der Gartenerdbeeren gerieten sie vorerst in Vergessenheit. In verwandelter Form kehrte die Walderdbeere in die Gärten zurück: als Monatserdbeere, die von der Walderdbeere abstammt.

Die roten Nüsschen der Walderdbeere entwickeln beim Kochen übrigens einen Bitterstoff, der

Konfitüren aus den kleinen Früchten leicht bitter schmecken lässt.

In der Kunstgeschichte stand die Erdbeere oft für Demut und Bescheidenheit, insbesondere auf Darstellungen von Maria und Jesus. Ovid bezeichnete die Frucht als Speise des Goldenen Zeitalters, jener als Idealzustand erträumten Urphase der Menschheit, in der die Menschen friedlich miteinander und eingebettet in die Natur lebten.

Die germanische Mythologie schrieb die Walderdbeere der Göttin Frigg zu. Die Gemahlin von Odin ist die Schutzherrin der Ehe und Mutterschaft. Sie soll die toten Kinder in Erdbeeren versteckt haben, um sie so unentdeckt mit nach Walhall nehmen zu können, dem Ruheort gefallener tapferer Kämpfer. Der christliche Glaube übernahm das Bild für Maria, die manchen Legenden nach einmal im Jahr vom Himmel auf die Erde herabsteigen soll, um dort Erdbeeren für die im Paradies wohnenden verstorbenen Kinder zu pflücken. Eine andere Verbindung zwischen Kind und Erdbeere erzählten die Gebrüder Grimm in dem Märchen „Die drei Männlein im Walde“. Darin kleidet die böse Stiefmutter ihre verhasste Stieftochter in ein Papierkleid und schickt sie so mitten im kalten Winter in den Wald, um dort Erdbeeren zu pflücken. Auf ihrem hoffnungslosen Weg trifft sie auf die Hütte der drei Männlein, mit denen sie ihr spärliches Brot teilt. Aus Dank dafür zaubern sie ihr reife Erdbeeren und beschenken sie

mit drei Wünschen: Goldmünzen, die ihr bei jedem Wort aus dem Mund fallen, zunehmende Schönheit und ein Prinz, der sie heiratet. Es ist ein Märchen, natürlich gehen alle Wünsche in Erfüllung, während die böse Stiefmutter mit ihrer garstigen Tochter, die hochnäsig den drei Männlein jeglichen Gefallen verweigert, der gerechten Strafe nicht entkommen.

Die Pflanze bei WALA

Sirup aus ausgereiften Walderdbeeren sowie Walderdbeerblätter sind Bestandteil der WALA Nerven- und Aufbaunahrung, eine Komposition aus Honig mit Gewürz- und Wildkräutern sowie einem fruchtigen Wildbeerencocktail. Die WALA Nerven- und Aufbaunahrung hat sich in außergewöhnlichen Lebenssituationen als Bestandteil der täglichen Ernährung für Jung und Alt bewährt, z.B. bei Überarbeitung, Anspannung und in hektischen Zeiten sowie während Schwangerschaft und Stillzeit.

  Aus der Natur für den Menschen