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WALA Pflanzenarchiv
Melisse

Synonyme: Bienenkraut, Frauenwohl, Herztrost, Zitronenkraut, Zitronenmelisse.
Wissenschaftlicher Name: Melissa officinalis L.
Familie: Lamiaceae (Lippenblütlergewächse)

Heimat

Östliches Mittelmeer.

Inhaltsstoffe

Ätherisches Melissenöl mit Citronellal, Citral und Caryophyllen. Labiaten-Gerbstoffe, Flavonoide.

Beschreibung

Wer ein Kräuterbeet pflegt, reiht gerne die Melisse mit ein, die im Garten allerdings mithilfe seitlicher Wurzelausläufer auch die anliegenden Flächen zuwächst, wenn man sie gewähren lässt. Die verästelte, bis zu 90 Zentimeter hoch wachsende Staude trägt dicht an dicht hellgrüne Blätter am vierkantigen Stängel, die in der Form an Pfefferminzblätter erinnern. In den oberen Blattachseln öffnen sich von Juli bis August kleine weiße, honigsüß duftende Blüten, die bei näherer Betrachtung die typische Lippe der Lippenblütler erkennen lassen. Der zitronige Duft der Melisse entfaltet sich, wenn man über die Blätter streicht, allerdings reduziert sich der intensive Duft, wenn die Staude zu blühen beginnt.

Verwendung

Melisse wirkt in erster Linie beruhigend. Ein Melissentee am Abend hilft nervösen Menschen, die nicht einschlafen können. Ebenso beruhigt Melisse einen nervösen Magen und Darm, hier kommt zusätzlich die krampflösende und entblähende Wirkung der Heilpflanze zum Zuge. Diese dreifache Wirkung hilft ebenfalls bei Galleerkrankungen. Melisse unterstützt in Kombination mit anderen Heilpflanzen zudem die Herz-Kreislauf-Funktion bei nervöser Belastung. Auf den Labiaten-Gerbstoff-Gehalt der Melisse ist wahrscheinlich ihr antiviraler Effekt zurückführbar, zum Beispiel gegen Herpesviren.

Wissenswertes

Der Name Melisse leitet sich vom griechischen Melissa = Honigbiene ab und beschreibt trefflich unsere Pflanze als Bienenfreund. Früher pflanzten die Imker gerne Melissen vor die Bienenstöcke und rieben den Stock mit Melissenöl aus, um ihn zu reinigen.

Bereits in der Antike war die Heilwirkung der Melisse bekannt, wobei auch Irrtümer, wie ihr Einsatz gegen Skorpionsbisse, unter den Indikationen zu finden waren. Richtig lag hingegen der griechische Arzt Dioskurides (1. Jahrhundert) mit seiner Empfehlung der Melisse als Klistier bei Darmstörungen. Der persische Arzt Avicenna (980-1037) erkannte eine stimmungsaufhellende Kraft der Melisse, während Hildegard von Bingen (1098-1179) auf die Herzwirksamkeit hinwies:

„Dies Mittel macht das Herz fröhlich.“

Die Karmelitinnen der französischen Abtei St. Juste setzten unsere Heilpflanze ihrem Melissen- oder Karmelitergeist zu, den sie unter dem Namen „Eau de Carnes“ für Karl V. von Frankreich (1338-1380) als Mittel gegen drohende Erkältungen und Magen-Darm-Probleme herstellten.

Eine gedächtnisfördernde Wirkung beschrieb der englischer Autor, Architekt und Gartenbauer John

Evelyn (1620-1706), eine angebliche Eigenart der Melisse, die am Rhein und Main Melissengeist auf Grundlage geheimer Rezepturen florieren ließ, der das Gedächtnis stärken sollte.

Melissenblätter duften am intensivsten, wenn sie frisch sind. Nach dem Trocknen verringert sich ihr zitroniges Aroma innerhalb weniger Monate. Es lohnt sich deshalb, für eine Melissenstaude ein nicht allzu sonniges Plätzchen im Garten oder auf dem Balkon zu reservieren. Denn die frischen Blätter ergeben nicht nur einen heilsamen Tee, sondern schmecken erfrischend in Salaten und Süßspeisen. Der stark flüchtige Duft lässt sich übrigens so schwer einfangen, dass ätherisches Melissenöl sehr teuer ist. Als Melissenöl gehandeltes ätherisches Öl ist deshalb meistens aus dem ähnlich duftenden indischen Zitronengras (Cymbopogon flexuosus) gewonnen und heißt dann korrekterweise Indisches Melissenöl.

Die Pflanze bei WALA

Wegen ihrer harmonisierenden Kraft steht die Melisse im Mittelpunkt der ausgleichenden Dr. Hauschka Melissen Tagescreme, die empfindliche Mischhaut dabei unterstützt, zu ihrem gesunden Gleichgewicht zurückzufinden, und ist Bestandteil des Lavendel Sandelholz Körperbalsam. WALA Melissenöl* enthält einen Ölauszug aus getrockneten Melissenblättern. Es hilft bei Blähungen und Bauchkrämpfen.

Pflichtangaben

* Pflichtangaben zu den genannten Präparaten (die Anwendungsgebiete ergeben sich aus der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis):

Melissenöl

Anregung der Wärmeorganisation im Stoffwechsel-Gliedmaßen-Bereich, z.B. Blähungen (Meteorismus), Bauchkrämpfe. Enthält Erdnussöl.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage, und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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