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WALA Pflanzenarchiv
Kümmel

Synonyme: Chümi, Feldkümmel, Kämen, Karbei, Kemmich, Köm, Kümmich, Wiesenkümmel
Wissenschaftlicher Name: Carum carvi L.
Familie: Apiaceae (Doldengewächse)

Heimat

Nord- und Mitteleuropa, Asien, Marokko.

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl, unter anderem bestehend aus Limonen, Carveol, Dihydrocarvon, Carvon.

Beschreibung

Kümmel kennt eigentlich jeder. Sofort denkt man bei dem Namen an Krautsalat, Zwiebelkuchen und kräftige Brotsorten, die mit Kümmel gewürzt werden. Die kleinen länglichen, schwarzen Kümmelkörner, die uns dabei vor Augen schweben, sind die Früchte einer Pflanze, über deren Aussehen man sich in der Regel keine Gedanken macht. Im ersten Jahr seines zweijährigen Lebens entwickelt der Kümmel eine fleischige, möhrenartig riechende Pfahlwurzel und eine unscheinbare Blattrosette. Erst im darauffolgenden Jahr wächst daraus ein bis zu 1 m hoher Stängel, der sich im oberen Bereich verzweigt und als Krönung im Mai bis Juni weiße bis rötliche Blütchen trägt, die in handtellergroßen Verbünden locker schirmartig angeordnet sind, den sogenannten Dolden. Ebenfalls zu den Doldengewächsen gehören zum Beispiel die Möhre und Dill, Pflanzen, die manch einer vielleicht schon wahrgenommen hat. Die grasgrünen Blätter des Kümmels werden vom unteren Stängelbereich nach oben zu immer fiedriger. In seinen Standorten ist der Kümmel nicht besonders wählerisch. Es gefällt ihm auf Wiesen, Weiden und Grasflächen genauso wie an Wegrändern, Böschungen und Bahndämmen.

Verwendung

Wie seine Verwendung in der Küche schon vermuten lässt, ist Kümmel das Mittel der Wahl bei Blähungen. Weitere Anwendungsgebiete sind Völlegefühl, leichte krampfartige Magen-Darm-Störungen sowie nervöse Magenbeschwerden. Auch bei Verdauungsbeschwerden von Säuglingen hat sich der Kümmel sehr bewährt. In der Volksmedizin wird Kümmel als Magenmittel, gegen Koliken, Galle- und Leberbeschwerden sowie als Hustenmittel eingesetzt. Die Verwendung als Beruhigungsmittel für Kleinkinder lässt sich wohl auf die blähungsmindernde Wirkung zurückführen. Kümmelfrüchte, in Säckchen verpackt und auf einer Herdplatte vorsichtig erwärmt, werden gerne als Auflage bei rheumatischen Zahn- und Kopfschmerzen verwendet. Auch in der Tierheilkunde hat der Kümmel seinen Platz: Hier wird der Tee gegen Koliken bei Pferden und Rindern eingesetzt.

Wissenswertes

Der wissenschaftliche Name "Carum" leitet sich aus dem arabischen "karwija" ab, das im Altdeutschen zu "karvey" wurde. Die Bezeichnung "Kümmel" soll sich vom assyrischen "kamunu" = Mäusekraut oder hebräischen "kammon" ableiten, das im lateinischen zu "cuminum" wurde. Alle Namensursprünge beweisen auf jeden Fall, dass man schon früh um die Heilkraft des Kümmels wusste. In der Antike hieß es, der Kümmel wachse besonders gut, wenn man bei seiner Aussaat lästere oder fluche, weil dies den bösen Geistern ihre Macht nähme. Ob der stark aromatische Kümmel nun aber die bösen oder die guten Geister vertreibe, darüber gehen die Ansichten auseinander. In einer weitverbreiteten Sage heißt es, dass die Zwerge (Holz-, Waldweibchen) durch Kümmelbrot vertrieben werden. Sie rufen "Kümmelbrot macht Angst und Not", "Kümmelbrot, unser Tod", "Sie haben mir gebacken Kümmelbrot, das bringt diesem Haus lauter Not", oder "...back keinen Kümmel ins Brot, so hilft dir Gott in aller Not". Gegen Dämonen soll der Kümmel wirken, wenn er Toten (zusammen mit Salz) in den Sarg gegeben, in die Schweineställe gestreut wird, um alle Krankheiten abzuhalten, oder wenn man am Gründonnerstag Kümmelplätzchen isst, um das ganze Jahr vor Flöhen verschont zu bleiben. Die Rumänen in der Bukowina räuchern die Windel eines Kindes, die über Nacht im Freien geblieben ist, mit Kümmel. Unruhigen Kindern soll übrigens ein unter das Bett gestellter Topf mit

gekochtem Kümmel helfen. Wurzel und junge Blätter des Kümmels können als Gemüse, Salat oder Frühlingskräutersuppen genossen werden.

Die Pflanze bei WALA

In WALA Arzneimittel findet sich der Kümmel in mehreren Präparaten gegen Blähungen und Verdauungsstörungen, so zum Beispiel in Chelidonium Kapseln*Für Kinder entwickelt wurden Carum carvi Kinderzäpfchen*, für Babys unter einem Jahr die Carum carvi comp. Säuglingszäpfchen*. Gegen Blähungen bei Kindern über 6 Jahren hat sich besonders das Kümmelöl enthaltende Melissenöl* bewährt, mit dem der Bauch des Kindes sanft eingerieben werden kann. Das Kümmelöl enthaltende Bolus alba comp. Pulver* hilft bei Durchfall und Erbrechen. In Akne-Kapseln* findet Kümmelöl seinen Platz aus dem Wissen heraus, dass eine unreine Haut häufig in Zusammenhang mit einer gestörten Verdauung steht.

Pflichtangaben

* Pflichtangaben zu den genannten Präparaten (die Anwendungsgebiete ergeben sich aus der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis):

Akne-Kapseln

Hartkapseln
Anregung des Intermediärstoffwechsels zur Entlastung der Haut von gesteigerten Stoffwechselprozessen, z.B. Acne vulgaris, übermäßige Absonderung der Talgdrüsen (Seborrhoe). Enthält Glucose und Lactose.

Bolus alba comp. Pulver

Pulver zum Einnehmen
Harmonisierung der Stoffwechselprozesse im Verdauungssystem bei Störungen der Sekretion und Motilität des Magen-Darm-Traktes, z.B. bei Durchfall, Erbrechen. Enthält Glucose und Lactose.

Carum carvi comp. Säuglingszäpfchen

Zäpfchen
Harmonisierung der Empfindungsorganisation im Stoffwechselsystem bei Verdauungsschwäche mit Blähungen und Neigung zu Bauchkrämpfen sowie damit zusammenhängenden Unruhezuständen und Schlafstörungen.

Carum carvi Kinderzäpfchen

Zäpfchen
Harmonisierung der Empfindungsorganisation im Stoffwechselsystem bei Verdauungsschwäche mit Blähungen und Neigung zu Bauchkrämpfen sowie damit zusammenhängenden Unruhezuständen und Schlafstörungen.

Chelidonium Kapseln

Weichkapseln
Anregung der Wärme- und Empfindungsorganisation im Stoffwechselsystem bei Verdauungsstörungen, Gallenfunktionsstörungen, Verstopfung (Obstipation); Blähungen (Meteorismus).

Melissenöl

Ölige Einreibung
Anregung der Wärmeorganisation im Stoffwechsel-Gliedmaßen-Bereich, z.B. Blähungen (Meteorismus), Bauchkrämpfe. Enthält Erdnussöl.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage, und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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