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WALA Pflanzenarchiv
Kakao

Synonyme: keine
Wissenschaftlicher Name: Theobroma cacao L.
Familie: Malvaceae (Malvengewächse)

Heimat

Zentralamerika

Inhaltsstoffe

Samen: Fett, Theobromin, geringe Mengen Coffein, Polyphenole.

Beschreibung

Kakao wächst auf Bäumen. Der natürliche Lieferant der geliebten Schokolade ist ein für seine tropische Heimat recht kleiner Baum, der fünf bis zehn Meter hoch im Schatten hoher Tropenbäume wächst und eine Stammdicke von an die 25 Zentimeter ausbildet. Dunkelgrüne glänzende Blätter, die bis zu 30 Zentimeter lang und 10 bis 15 Zentimeter breit werden, bilden eine dichte Baumkrone. Die kleinen, weißen oder roten Blüten wachsen nicht wie bei anderen Bäumen an den Astspitzen, sondern direkt aus dem Stamm, ein Phänomen, das die Botaniker als Kauliflorie bezeichnen. Ameisen und Läuse bestäuben die Blüten. Die bis zu 25 Zentimeter langen, nach unten zugespitzten Kakaofrüchte hängen direkt vom Stamm herab. Eingebettet in ein weiches, süßliches Fruchtfleisch liegen zahlreiche mandelförmige Samen, die Kakaobohnen.

Verwendung

Aus den fettreichen Samen lässt sich neben dem Kakaopulver durch Abpressen und Filtrieren die so genannte Kakaobutter gewinnen. Sie findet nicht nur in der Schokoladenindustrie Verwendung, sondern als Grundmasse für Zäpfchen und als Hautpflegemittel. Kakaobutter zieht schnell ein, macht die Haut geschmeidig und glättet sie.

Wissenswertes

Der schwedische Naturforscher und Systematiker Carl von Linné (1707-1778) benannte den Kakao wissenschaftlich Theobroma, was übersetzt Götterspeise heißt, von griechisch theos = Gott und broma = Speise. Das Wort Kakao hingegen leitet sich aus der Olmeken-Sprache ab, die den Kakaobaum mit dem Wort kakawa benennt. Die Olmeken lebten seit 1500 v.Chr. am Golf von Mexiko. Ihre Kultur hinterließ neben dem ersten Zahlensystem Mittelamerikas und monumentalen Steindarstellungen ihrer Götter ein Verfahren, Mais so aufzubreiten, dass er nahrhafter und einfacher zu verarbeiten wurde.

Der spanische Konquistador Hernán Cortés (1485-1547) lernte 1519 bei Montezuma ein bitteres Getränk kennen, das aus Kakaobohnen hergestellt wurde und von den Azteken xocóatl genannt wurde. Aus diesem Begriff leitet sich das Wort Schokolade ab.

Die Olmeken waren nach den Quellenfunden die ersten Schokoladentrinker. Ihre Nachbarn, die Maja und später die Azteken, übernahmen den Brauch. Von diesen Kulturen weiß man, dass sie den herb bitter schmeckenden Kakao in speziellen Gefäßen tranken und nicht gesüßt, sondern scharf gewürzt, mit verschiedenen Pflanzen und Mais versetzt konsumierten, zum Beispiel mit Chili und Piment.

Zudem liebten sie es, wenn das Kakaogetränk schäumte. Deshalb setzten sie den Bohnen beim Mahlen ein Gras bei, das das begehrte Getränk beim Rühren kräftig aufschäumen ließ.

Dabei war Schokolade der oberen Bevölkerungsschicht vorbehalten. Kakaobohnen waren ein Zahlungsmittel mit hohem Wert. In den Riten der Azteken spielte Kakao eine wichtige Rolle, wie zahlreiche Darstellungen beweisen. Schokolade galt bei ihnen als Symbol des Blutes.

Die spanischen Eroberer in Mittelamerika kamen auf die Idee, das Kakaogetränk zu süßen, weil ihnen der bittere Geschmack zuwider war. Sie waren es auch, die die Schokolade nach Spanien brachten, wo bis heute zum traditionellen Frühstück mit Fettgebackenem (Churros) eine Tasse dicke heiße Schokolade gehört.

Von Spanien aus trat die Schokolade ihren süßen Siegeszug durch ganz Europa an. Dabei geriet sie zum Zankapfel der katholischen Kirche. War Schokolade ein Getränk oder eine Speise? Die Antwort entschied darüber, ob in der Fastenzeit Schokolade tabu sei. Etliche Päpste in Folge mussten diese Frage beantworten und entschieden sich jedes Mal dafür, dass Schokolade ein Getränk sei und damit in der Fastenzeit erlaubt.

Nach der Ernte müssen die Kakaobohnen fermentiert werden. Man breitet sie dazu aus und deckt sie mit Blättern ab, unter denen sich in den tropischen Herstellerländern Temperaturen bis zu 50 °C entwickeln. Durch diese hohe Temperatur lösen sich die Bohnen vom Fruchtfleisch, sie keimen kurz auf und trocknen danach ein. Die vorher gelblich-weißlichen Kakaobohnen erhalten ihre charakteristische braune Farbe und ihren typischen Geschmack. Nach dem Fermentieren werden die Bohnen bis zu zwei Wochen in der Sonne getrocknet, danach sind sie lagerfähig. Für die Herstellung von Kakaopulver oder Kakaobutter werden die so behandelten Bohnen geröstet und danach aufgebrochen, um die Schalen zu entfernen. Diese Schalen finden Verwendung in Teemischungen, als Dünger sowie als Futter für Geflügel. Danach folgen Veredelungsschritte des Kakaobruchs, bei denen der Schokoladengeschmack verbessert wird. Beim anschließenden Mahlen und Erhitzen tritt die Kakaobutter aus, die sich vom Kakaopulver abpressen lässt.

Kakao enthält Polyphenole - das sind Farbstoffe, Geschmackskomponenten und Gerbstoffe, mit der die Pflanze Fressfeinde abwehrt oder bestäubende Insekten anlockt. Polyphenole haben auf den menschlichen Organismus vermutlich eine gesundheitsfördernde Wirkung. Sie sollen entzündungshemmend wirken, Körperzellen vor

freien Radikalen schützen und Fettablablagerungen in den Blutgefäßen reduzieren. Endlich scheint es bewiesen: Schokolade essen ist gesund.

Die Pflanze bei WALA

Kakaobutter ist in Dr.Hauschka Augenbalsam, Gesichtsöl, Regeneration Augencreme, Lippenkosmetikum und Lavendel Sandelholz Körperbalsam enthalten. Sie stammt aus fairem Handel aus Bolivien. Dort schlossen sich 1977 fünf Dorfgemeinschaften zusammen, um die Verarbeitung und Vermarktung des angebauten Kakaos selbst in die Hand zu nehmen. Heute zählen mehr als 30 Dorfgemeinschaften zu der Genossenschaft, die den kompletten Anbau biozertifizieren ließ.

  Aus der Natur für den Menschen