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WALA Pflanzenarchiv
Carnauba

Synonyme: Brasilwachs, Caranday-Palme, Carnauba-Palme, Karnaubapalme, Wachspalme
Wissenschaftlicher Name: Copernicia prunifera (Mill.) H.E. Moore
Familie: Arecaceae (Palmengewächse)

Heimat

Brasilien

Inhaltsstoffe

Carnaubawachs besteht hauptsächlich aus gesättigten höheren Fettsäuren: Cerotinsäuremyricylester, Carnaubasäure, Cerotinsäure.

Beschreibung

Carnauba ist eine bis zu 15 Meter hoch wachsende Fächerpalme mit einem geraden, zylindrischen Stamm. Fächerförmige, bis zwei Meter lange Blätter wachsen strahlenförmig an der Stammspitze. Von unten her fallen verwelkte Blätter ab und hinterlassen spiralförmige Zwischenräume im Stamm. Vor allem die jungen Blätter dieser in Brasilien gedeihenden Palme sind von beiden Seiten mit zahlreichen Wachsschüppchen bedeckt. Das Blatt scheidet sie aus, um sich damit vor Verdunstung zu schützen. Aus den Blüten wachsen länglichrunde, gelbliche Beeren mit je einem Samen.

Verwendung

Carnaubawachs ist ein sehr hartes, hell gelblich bis grünes Wachs, das unter allen natürlichen Wachsen den höchsten Schmelzpunkt besitzt (80-88 °C). Gemischt mit einem weichen Wachs erhöht es dessen Schmelzpunkt. Es findet als konsistenz- und glanzgebender Zusatz zu Salben, Cremes und Lippenstiften Verwendung, ist Bestandteil von Tabletten und Drageeüberzügen sowie Pflegewachsen. Er wird in der Schallplattenherstellung eingesetzt, dient bei der Papierveredelung zum Glätten der Oberfläche und wird zu Kerzen verarbeitet.

Das unverdauliche Wachs ist frei von jeglichen Duftstoffen und wird nach Verzehr komplett ausgeschieden. Deshalb eignet es sich als Trennmittel von Lebensmitteln wie zum Beispiel Gummibärchen oder Schokodragees und als schützender Überzug von beispielsweise Äpfeln oder Zitrusfrüchten (Kennnummer E 903). Früchte mit Carnaubaüberzug tragen die Bezeichnung „gewachst“.

Wissenswertes

Den wissenschaftlichen Namen Copernicia erhielt die Carnaubapalme zu Ehren des berühmten Astronomen Nikolaus Kopernikus (1473-1543). Der Zusatz prunifera setzt sich aus lateinisch prunum = Pflaume und -fer = tragend zusammen und beschreibt die Früchte der Palme. In ihrer Heimat Brasilien heißt die Carnaubapalme auch Carnaúbeira.

Vor etwa 300 Jahren lernten spanische Jesuiten im Nordosten Brasiliens die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der Carnaubapalme von den einheimischen Tremembé-Indianern kennen, die diese Palme als Baum der Weisheit bezeichneten. Wurzelzubereitungen helfen gegen Entzündungen. Die kirschgroßen Früchte sind ein gutes Tierfutter und ergeben gekocht und gemahlen eine Art Kaffeeersatz. Die Sprossen schmecken als Gemüse, das Mark ergibt ein stärkereiches Mehl, aus dem Marksaft lässt sich Palmsirup und daraus eine Art Wein und Weinessig gewinnen. Das harte Holz ist ein haltbarer Baustoff und hochwertiges Furnier, die Blattfasern ergeben Tauwerk, Matten und Hüte und die Blätter Dachbedeckungen und Hängematten.

Das Wachs hat als einziges Produkt der Palme größere wirtschaftliche Bedeutung erlangt. Zur Gewinnung des Wachses trocknet man die jungen, abgeschnittenen Blätter der Carnaubapalme. Während des Trocknens schrumpft das Blatt, und die Wachsschuppen lösen sich.

Durch Klopfen oder Schaben fallen sie komplett ab. Die Ausbeute ist allerdings recht gering: Ein Blatt liefert zwei Gramm Wachs. Pro Jahr und Palme lassen sich 160 Gramm Wachs pro Baum gewinnen. 1824 wurde auf Initiative des Engländers James Frederick Clark die erste Ladung Wachs nach Europa verschifft. Bis zum Zweiten Weltkrieg spielte der Export von Carnaubawachs nach Europa für viele brasilianische Orte eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Synthetische Ersatzstoffe verdrängten das Carnaubawachs und ließen diesen Exportbereich zusammenbrechen.

Die Pflanze bei WALA

Carnaubawachs verleiht der Haut Schutz vor äußeren Einflüssen. Es trägt zur Wärmestabilität des Dr. Hauschka LippengoldRosen Tagescreme und aller Lipsticks bei, erhöht die Bruchfestigkeit und sorgt für den gewünschten Glanz.

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