

Für die Herstellung von Arzneimitteln und Kosmetika müssen die dazu notwendigen Rohstoffe beschafft werden. Zu den verwendeten Einzelbestandteilen gehören mineralische und pflanzliche Rohstoffe, tierische Erzeugnisse, Öle, Fette sowie ätherische Öle. Es handelt sich also überwiegend um nachwachsende Rohstoffe. Der WALA ist es wichtig, die benötigten Rohstoffe nach Möglichkeit aus biologisch-dynamischem oder ökologischem Anbau zu beziehen. In der Dr.Hauschka Kosmetik finden ausschließlich Rohstoffe Verwendung, die vom BDIH (Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen) geprüft und genehmigt sind. Unter anderem prüft der BDIH die Nachvollziehbarkeit und Transparenz von Herstellungsabläufen und Sozialzusammenhängen, zudem ob genmanipulierte pflanzliche und tierische Rohstoffe eingesetzt werden. Der Rohstofftransport geschieht, soweit dies im pharmazeutischen Bereich zulässig ist, mit Hilfe von Mehrweggebinden, z. B. Fässern und Containern. Für die Zukunft ist eine Ausweitung der Mehrwegverpackungen geplant.
Die WALA verfolgt bei der Rohstoffbeschaffung vier Strategien:
Initiierung und Förderung des biologisch-dynamischen Anbaus und der ökologisch orientierten Weiterverarbeitung in verschiedenen Ländern
Im WALA Heilpflanzengarten, der nach Demeter-Richtlinien bewirtschaftet ist, sind naturschützende Maßnahmen selbstverständlich. Es beginnt mit dem biologisch-dynamischen Pflanzenanbau, der komplett auf Kunstdünger und synthetische Spritzmittel verzichtet. Das verwendete Saatgut kommt größtenteils aus dem eigenen Garten
Zusätzlich gekauftes Pflanzengut stammt fast ausnahmslos von ökologischen Erzeugern. Alle Jungpflanzen (ca. 25 000 pro Jahr) ziehen die WALA Gärtner selbst. Dabei verzichten sie weitgehend auf Torf. Als Ersatz dienen selbst erzeugte Sondersubstrate wie z. B. Laubkomposte. Den Boden bearbeiten die Gärtner vorwiegend von Hand. Für die wenigen zum Einsatz kommenden Maschinen (z. B. Rasenmäher) nutzen sie seit Jahren einen Kraftstoff, der frei von Blei, Benzol, Aromen und Schwefel ist. Hauseigene Pflanzenabfälle, z. B. Pressrückstände aus der Herstellung, bringt die WALA nicht zur Müllverbrennung, sondern kompostiert sie und führt sie auf diese Weise dem Stoffkreislauf als Erde, Substrat und Düngemittel wieder zu. Damit können die Gärtner auf den Zukauf von Düngemitteln usw. verzichten. Eine Ausnahme bilden nur Gesteinsmehl und Algenkalk. Die Fruchtfolge in der Anbauplanung verhindert, dass der Boden einseitig belastet wird. Zusätzlich werten die Gärtner die Beete vielfältig durch Gründüngung auf, z. B. mit Perserklee, Inkarnatklee, Buchweizen, Senf und Phacelia (Bienenfreund).
Die WALA betreibt den Pflanzenschutz weitgehend durch Nützlinge, gelegentlich auch durch Anwendung von Pflanzenstärkungsmitteln wie z. B. Schachtelhalmtee. Diese Art des biologisch-dynamischen Anbaus erhöht nachweislich die Bodenfruchtbarkeit, verbessert die Krümelstruktur, übt einen günstigen Einfluss auf Humusgehalt und Bodenfauna aus und erhöht die Artenvielfalt. Auch artgerecht gehaltene Bienen bereichern den Garten. Damit Nützlinge und andere Wildtiere einen Platz im Garten finden, richten die Gärtner ihnen viele Nischen ein, z. B. Wiesen, Steinhaufen, Totholz, Reisighaufen, Wildnisecken und andere Kleinbiotope. Wildbienenkästen laden Solitärbienen zum Ablegen von Eiern und Pollen ein. Vogelschutz-, Vogelnist- und -nährgehölze ziehen die Vogelwelt an. Bienen und Schmetterlinge besuchen ihre Nahrungspflanzen im WALA Heilpflanzengarten in bunter Vielfalt. Die Mähtermine von Wiesen richten sich nach den Entwicklungszyklen der Pflanzen. Die Gärtner achten darauf, die Tiere in ihrem Habitat so wenig wie möglich durch Mäharbeiten zu stören. Reptilien und Amphibien wurde durch die Sanierung der alten Teichanlage ein neues Domizil geschaffen: Erdkröten, Laubfrösche, Gelbbauchunken und Ringelnattern zieht es dort hin. Außerdem fanden Libellen Gefallen am neu gestalteten Ort.
Zur WALA gehört der benachbarte Demeter Sonnenhof. Neben Viehhaltung und Getreideanbau sowie Bäckerei und Käserei baut er auf einer Fläche von etwa 5 Hektar Heilpflanzen für Dr.Hauschka Kosmetik und WALA Arzneimittel an.
Manche Pflanzen lassen sich nicht oder nur schlecht im Garten kultivieren, da sich in Kultur teilweise ihre Eigenschaften verändern. Wir sammeln sie deshalb an ihrem natürlichen Standort. Dabei achten die Sammler gewissenhaft darauf, den Bestand nicht zu dezimieren. Sie dokumentieren die Menge der gesammelten Wildpflanzen genau in Ernteprotokollen. Bei einigen Pflanzen, die wir ernten, sind zudem ihre Standorte nicht etwa durch die Sammlung gefährdet, sondern durch konkurrierende Pflanzen, die die Standorte besetzen. Ein Beispiel ist der gefährdete Keulenbärlapp. Parallel zu den Wildsammlungen führen wir Pflegemaßnamen für diese geschützte Pflanze durch und fördern dadurch die Bestände.
Beim Einkauf umweltverträglicher Produkte und hochwertiger Rohstoffe stellt die WALA hohe Anforderungen an die Lieferanten. Oberste Priorität bei ihrer Auswahl haben Qualität und Umweltzertifizierungen. Einige Lieferanten initiieren aufgrund der Nachfragen durch die WALA neue ökologische Anbauprojekte oder weiten bestehende aus, so z. B. in Frankreich und Italien. Das WALA-eigene Labor für Analytik und Mikrobiologie überprüft alle eingehenden Rohstoffe auf ihre Qualität und Rückstandsfreiheit, bevor sie angenommen werden und in die Herstellung eingehen.
Weltweit fördert die WALA seit vielen Jahren die ökologische Anbauweise im Sinne der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Das bedeutet unter anderem den Verzicht auf Pestizide und chemische Dünger.
Das erste Projekt startete die WALA bereits 1991 in der Türkei mit einer Genossenschaft, die Rosen für die Gewinnung von ätherischem Rosenöl anbaut und die WALA auch heute weiterhin beliefert. Bedingt durch unser Wachstum haben wir in Bulgarien zwei neue Lieferanten für Rosenöl aufgebaut. Besonders interessant ist unser Partner im Iran, bei dem die engere Zusammenarbeit auf einer bereits langjährigen Lieferbeziehung gründet und der durch sein großes Engagement auch in Bezug auf eine soziale Nachhaltigkeit vorbildlich ist. Darüber hinaus kooperieren wir in Afghanistan mit der Welthungerhilfe, die dort beginnt, den Anbau von Rosen als Einkommensquelle für die Landwirte zu entwickeln, um diesen eine Alternative zum Opiumanbau anbieten zu können.
Für unsere Partner finanzieren wir die Beratung in biologisch-dynamischem Anbau und unterstützen sie darüber hinaus wo nötig durch Kredite oder die Übernahme von Zertifizierungskosten. Um die Planungssicherheit für die Partner zu erhöhen, erhalten diese langfristige Abnahmeverträge und teilweise eine Vorfinanzierung der Ernte.
Der biologisch-dynamische Demeter-Landbau, wie er im WALA Heilpflanzengarten praktiziert wird, orientiert sich am Landwirtschaftlichen Kurs („Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“), den Rudolf Steiner an Pfingsten 1924 in Koberwitz bei Breslau hielt. Einige der Grundideen seien hier kurz skizziert. Eine gesunde Landwirtschaft erfüllt ihr Wesen, wenn sie als eine Art in sich geschlossene Individualität erfasst werden kann. Dieses Bild der landwirtschaftlichen Individualität bietet dem biologisch-dynamischen Gärtner und Landwirt die Möglichkeit, seinen Betrieb in all seiner Vielfalt zu erfassen und so zu gestalten, dass sich ein möglichst geschlossener Kreislauf bildet. Von der artgerechten Tierhaltung und dem Ackerbau, über den Anbau von Gemüse oder Heilpflanzen, die Herstellung und Anwendung der biologisch-dynamischen Präparate, die Ernte eigenen Saatgutes und die Gestaltung der Hoflandschaft und die Anlage von Hecken bis hin zum sozialen Umfeld einer Hofgemeinschaft – hier eröffnet sich ein reiches menschliches Betätigungsfeld, dessen sichtbarer Ausdruck die Güte und Qualität der Demeter-Erzeugnisse ist.