

Bei Bauplanung, Gestaltung und Materialauswahl des Erweiterungsbaus in der Dorfstraße 1 stand eine hohe Umweltverträglichkeit im Mittelpunkt. Hierzu zählt neben der extensiven Dachbegrünung auch die optimale Isolierung des Gebäudes mit Mineralwolle anstelle von Styropor oder Styrodur. Dadurch konnten wir die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung übertreffen. Bei der Gestaltung der Außenfassade kamen Naturmaterialien wie Kupfer, Keramik und Holz aus heimischer Douglasie zum Einsatz. Für die Farbgestaltung im Innen- und Außenbereich wählten wir Naturfarben.
Dem System der Wärme- und Kälteerzeugung liegt ein ausgeklügeltes Energiekonzept zugrunde. Bei dem intelligent verschalteten Energiemanagementsystem kommen mehrere Wärmerückgewinnungsanlagen zum Einsatz. Zum Beispiel wird der ausgeblasenen warmen Luft der Gebäudelüftung oder dem Abwasser die Wärme entzogen. Eine Angebotsnachfrageschaltung überprüft den Bedarf an Wärme oder Kälte und sorgt dafür, dass dieser Bedarf zuerst aus der Rückgewinnungsanlage gedeckt wird. Um die Energieströme nachvollziehbar und transparent zu gestalten, wurde ein Energie- und Wassermonitoring aufgebaut, mit dem Messwerte online erfasst und über die Gebäudeleittechnik (GLT) aufgezeichnet werden. Mithilfe dieser Daten werden eventuell auftretende technische Defekte sofort sichtbar und können umgehend behoben werden.
Bei der Prozesskühlung von Anlagen arbeiten wir mit einer so genannten Freien Kühlung. Zuerst wird die kühlere Außenluft eingesetzt, bevor über Kältekompressoren oder Eisspeicher die Restkühlung erfolgt. Ein vergleichbares Verfahren kommt bei der Klimatisierung der Produktionsstätten zum Einsatz. Hierbei kann die Lüftungsanlage mit bis zu 100 Prozent Außenluft betrieben werden, wodurch wir bei entsprechenden Außentemperaturen vollständig auf eine Zusatzkühlung verzichten können.
Da im Hochregallager lediglich Waren gelagert werden und keine Menschen arbeiten, reichen geringe Raumtemperaturen aus. Um den Energieeinsatz dabei so gering wie möglich zu halten, wurde das Lager um 3,6 Meter in den Boden versenkt. Mithilfe des dabei entstehenden so genannten Kalten Sees kann die meist konstante Erdtemperatur für die Klimatisierung genutzt werden.
Eine weitere Maßnahme für den Umweltschutz war die Erweiterung der vorhandenen Wasserzisterne. Das Regenwasser aus den 430 Kubikmeter fassenden Zisternen können wir neben dem Einsatz für Toilettenspülungen und die Bewässerung im Balkonbereich auch für Kühlzwecke von Kompressoren, Prozessanlagen und anderen technischen Anlagen verwenden, die früher teilweise mit Trinkwasser gekühlt wurden. Auch Lärmschutz ist Umweltschutz. Aus diesem Grund haben wir eine Schalldämmung für die Lüftungsund Kälteanlagen eingebaut, um eine Lärmemission von maximal 45 dB(A) nicht zu überschreiten. Um der Bodenversiegelung entgegenzuwirken, haben wir Parkplätze aus Rasengittersteinen gebaut. Die Beleuchtung unserer Parkplätze ist so gestaltet, dass die Lichtemissionen so gering wie möglich sind.