
Der wissenschaftliche Name Equisetum setzt sich aus lateinisch equus = Pferd und saeta = Tierhaar zusammen und beschreibt die steifen Stängel des Schachtelhalms. Der Zusatz arvense leitet sich vom lateinischen arva = Ackerland ab. Der deutsche Name Schachtelhalm bezieht sich auf die wie ineinander geschachtelt aussehenden Stängelabschnitte.
Die gewaltigen Wälder des Schachtelhalm-Urahns im Karbon haben sich in den Jahrmillionen zu Steinkohle gewandelt und machen heute unsere Steinkohlevorkommen aus.
Berühmt wurde der Schachtelhalm wegen seiner blutstillenden Wirkung. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere (23-79) behauptete, es genüge bereits, den Schachtelhalm in der Hand zu halten, um eine Blutung zu stillen. Sebastian Kneipp (1821-1897) machte den zwischenzeitlich in Vergessenheit geratenen Schachtelhalm wieder bekannt und setzte ihn zur Wundheilung, gegen Rheuma und Gicht ein.
Im konventionellen Ackerbau gilt der Ackerschachtelhalm als Unkraut, das mit Herbiziden bekämpft wird, wenn er sich zu sehr ausbreitet. Dabei nehmen seine Bestände nur Überhand, wenn der Boden durch schwere Maschinen oder zu wenig Bodenpflege verdichtet ist. Biologisch-dynamisch arbeitende Gärtner hingegen schätzen den Ackerschachtelhalm. Sie bereiten aus ihm wässrige Auszüge, mit denen sie ihre Kulturen behandeln. Die Kieselsäure festigt die Blattoberfläche und schützt so zum Beispiel vor Mehltau.
Ackerschachtelhalm lässt sich nicht nur medizinisch und für die Körperpflege verwenden: Die im Frühjahr als erster Vorbote des Schachtelhalms sprießenden Sporenähren sind essbar. Aus ihnen lassen sich Suppen kochen, Salate, Omelettes und Aufläufe zubereiten. Allerdings sollte man ihn beim Sammeln genau von dem stark giftigen verwandten Sumpfschachtelhalm unterscheiden können.
Mit den grünen Schachtelhalm-Pflanzen lassen sich Wolle und Eier gelb-grün färben. Die Kieselsäure dieser sterilen Sprosse macht die Oberfläche des Schachtelhalms so hart, dass man mit ihm diverse Oberflächen aufpolieren kann: Zinn, Aluminium und Kupfer werden blank, Kunstschreiner und Instrumentenbauer polieren feine Hölzer mit diesem Naturschmirgelpapier.