WALA Pflanzenarchiv
Sanddorn

Wissenswertes

Im alten Griechenland behandelte man mit Sanddornblättern und jungen Sprösslingen das Fell von Pferden, das dadurch besonders glänzend wurde. Daraus leitet sich der wissenschaftliche Gattungsname Hippophae von hippos = Pferd und phaes = leuchtend ab. Der botanische Artname rhamnoides = dornenartig beschreibt die dornige Seite des Sanddorns.

Sanddorn ist den Menschen schon lange bekannt. Bereits vor über tausend Jahren breitete er sich in der Mongolei und in Russland aus und wurde vielseitig genutzt. Aus Russland stammt das alte Rezept, Sanddornöl mit Sonnenblumenöl aus dem Saft der Beeren zu extrahieren. Dieses Mittel wird in Fläschchen aufbewahrt und
zur Heilung von Quetschungen, Geschwüren und Verbrennungen eingesetzt. Zudem wurde dort Sanddorn gegen Haarausfall verwendet. In Frankreich mästete man mit Sanddornblättern Schafe, um auch deren Fell einen besonderen Glanz zu verleihen.
In den Samenschalen des Sanddorns lebt ein Mikroorganismus namens Actinomyces, der dort in Symbiose mit seinem Wirt solche Mengen des lebenswichtigen Vitamins B12 erzeugt, wie man sie sonst nur in Fleisch findet. Sanddorn gewinnt dadurch für die vegetarische Ernährung eine besondere Bedeutung. Auch von allen anderen Inhaltsstoffen scheint der Sanddorn immer am meisten zu enthalten: Vitamin C zum Beispiel enthält er neunmal soviel wie Zitrusfrüchte. Diesen gesundheitlichen Nutzen des Sanddorns verbanden die Menschen schon immer gerne mit ihrer Genussfreudigkeit. Aus den vitaminreichen Beeren werden bis heute Säfte, Sirup, Mus, Gelee, Liköre und Edelbrände hergestellt. Gemischt mit anderen Früchten werden diese Leckereien noch köstlicher, weil dadurch der leicht herbe Geschmack des Sanddorns gemildert wird.

In der chinesischen und tibetischen Medizin wird Sanddorn bereits seit 2000 Jahren geschätzt und besonders zur Mobilisierung der Lebensgeister eingesetzt. Fühlt man sich abgeschlagen, geschwächt oder müde, gibt der frische Sanddorn den richtigen Muntermacherkick.

Auch in der Erde lebt der Sanddorn in nützlicher Symbiose, mit einem Strahlenpilz. Das Pilzgeflecht (Mykorrhiza) lebt dort in seinen Wurzeln und bindet Stickstoff aus der Luft, der in dieser gebundenen Form vom Sanddorn als wertvoller Dünger aufgenommen werden kann. Mithilfe dieser Zusatzversorgung kann der Sanddorn problemlos selbst auf sandigen Böden gut gedeihen.

  Aus der Natur für den Menschen