WALA Pflanzenarchiv
Ratanhia

Wissenswertes

Der Name Ratanhia stammt aus dem Quechua, einer Sprache der indigenen Bevölkerung Perus, und bedeutet so viel wie „Pflanze, die über den Boden kriecht“, eine treffende Beschreibung ihrer Wuchsform. Den wissenschaftlichen Namen Krameri erhielt unsere Pflanze als Mitglied der Gattung Krameriaceae. Diese Gattung wiederum bekam ihren Namen von dem schwedischen Botaniker Pehr Löfling (1729-1756), einem Schüler Carl von Linnés (1707-1778), der mit der Namenswahl Johann Georg Heinrich Kramer ehren wollte, einen Militärarzt im ungarischen Lager von Prinz Eugen (1663-1736). Zu Kramers Lebenswerk zählt unter anderem das 1735 erschienene Buch „Medicina castrensis“, in dem er „Bewährte Artzney wider die im Feld und Guarnisons unter Soldaten grassirende Kranckheiten“ beschrieb. Der wissenschaftliche Namenszusatz der Ratanhia, triandra, setzt sich aus lateinisch tri = drei und griechisch andros = Mann ab und bezeichnet die drei männlichen Blütenorgane, die Staubblätter, in der Mitte der Ratanhiablüte.
Der spanische Arzt und Botaniker Hipólito Ruiz López (1754-1815) sowie der spanische Botaniker José Antonio Pavón y Jiménez (1754-1844) entdeckten Ratanhia bei ihren Exkursionen durch das peruanische Hochland. Als Ruiz Frauen beobachtete, die sich mit Stäbchen aus Ratanhiawurzel die Zähne reinigten, erkannte er ihren Nutzen als Heilpflanze. In Anwendungsversuchen machte er die stark blutstillende Wirkung aus, zurück in Spanien publizierte er sein Wissen.
Die Wurzelrinde gibt beim Kochen einen roten Farbstoff ab, mit dem man Baumwoll- und Leinentücher färben kann. Auch Lippen verleiht er eine rote Farbe, und in Portugal färbte man früher damit den Portwein.

  Aus der Natur für den Menschen