
Synonyme für Ratanhia: Payta-Ratanhia, Peru-Ratanhia, Rote Ratanhia
Wissenschaftlicher Name: Krameria triandra Ruiz et Pav.
Familie: Krameriaceae (Krameriengewächse)
Ratanhia ist ein genügsamer Strauch. In seiner gebirgigen Heimat, den Anden, wächst er auf eigentlich unfruchtbaren Sandhängen bis zu einem Meter hoch. Dabei stehen die behaarten Äste nicht aufrecht, sondern schlängeln sich meistens dicht über den Boden. Um in dieser kargen Landschaft überleben zu können, entzieht Ratanhia anderen Pflanzen Wasser und Nährstoffe. Dabei ist sie nicht sonderlich wählerisch und nutzt verschiedene Pflanzenarten als Wirt. Man bezeichnet das als Hemiparasitismus. Hemi, weil Ratanhia nur zum Teil auf eine Wirtspflanze angewiesen ist - immerhin betreibt sie selbständig Fotosynthese.
An den Ästen sitzen gelblich-weiß behaarte, spitzig eiförmige Blättchen von etwa einem Zentimeter Länge. In den Blattachseln bilden sich Blüten mit vier Blütenblättern, die außen grau behaart und innen rot sind. Die Blütenblätter umrahmen drei auffällige Staubblätter. Außergewöhnlich an den Blüten ist, dass sie keinen Nektar zum Anlocken von Insekten bilden, sondern ein geruchloses Öl, man bezeichnet sie deshalb als Ölblumen. Auf dieses Öl haben sich Bienen der Gattung Centris spezialisiert, die es als Futter für ihre Brut sammeln und dabei die Blüten bestäuben. Aus den Blüten entwickeln sich stachelige, klettenartig behaarte Früchte, die im Fell vorbeistreifender Tiere hängen bleiben und so Verbreitung finden. Der weit verzweigte Wurzelstock ist rotbraun gefärbt.