WALA Pflanzenarchiv
Madonnenlilie

Verwendung

Bereits Plinius und Dioskurides empfahlen die Madonnenlilie als Heilpflanze, besonders bei Frauenkrankheiten. Auch bei den Ägyptern galt die Madonnenlilie als "Heilerin der Frauenleiden". Die schleimhaltige, zerriebene Zwiebel verwendeten die ägyptischen Ärzte für erweichende Umschläge bei Tumoren, Entzündungen und Verbrennungen. Lilienöl half bei Brandwunden und Ohrenschmerzen.
Die Römer sollen die Zwiebeln der Madonnenlilie in Öl eingelegt und mit dem Auszug ihre wunden Füße gepflegt haben.
Der Benediktiner Mönch Walahfrid Strabo beschrieb die Lilie 827 n.Chr. in seinem botanischen Werk "De cultura hortorum" sehr poetisch:

"Leuchtende Lilien, wie soll im Vers und wie soll im Liede
Würdig euch preisen die dürftige Kunst meiner nüchternen Muse?
Euer schimmerndes Weiß ist Widerschein schneeigen Glanzes,
Holder Geruch der Blüte gemahnt an die Wälder von Saba.
Nicht übertrifft an Weiße der parische Marmor die Lilien,
Nicht an Düften die Narde. Und wenn die tückische Schlange
Listiger Art gesammeltes Gift aus verderblichem Munde
Spritzt und grausamen Tod durch kaum erkennbare Wunde
Sendet ins innerste Herz, dann zerreibe Lilien im Mörser,
Trinke den Saft, dies erweist sich als nützlich, mit schwerem Falerner.
Oder bei Quetschungen lege man sie auf die bläuliche Stelle,
Alsbald wird man auch hier zu erkennen vermögen die Kräfte,
Die diesem heilenden Stoffe gegeben sind, Wunder bewirkend.
Schließlich sind Lilien auch gut bei Verrenkung der Glieder."

Hildegard von Bingen empfahl Lilienwasser und -Salben gegen Hautausschläge und unreine Haut. Sie schrieb dieser reinen Blume ebenfalls gemütserhebende Wirkungen zu: "Der Duft der frisch austreibenden Lilien und auch der Duft der Lilienblüten erfreuen das Herz und führen zu rechten Gedanken."
In Honig verriebene Blütenblätter der Lilie sollen die Haut zart machen und gegen Falten helfen.

  Aus der Natur für den Menschen