WALA Pflanzenarchiv
Lärche

Wissenswertes

Die Römer lernten die Lärche erst vor etwa 2000 Jahren kennen und bezeichneten sie als „Larix“ - einem Wort der gallischen Alpenbevölkerung. Der wissenschaftliche Namenszusatz decidua stammt von lateinisch deciduus = abfallend und beschreibt die außergewöhnliche Eigenschaft der Lärche, die Nadeln im Herbst abzuwerfen.
So luftig die Nadeln der Lärche auch anmuten, das Holz ist im Gegensatz dazu schwer, sehr harzhaltig und dadurch äußerst witterungsbeständig. Ausgebohrte Lärchenholzstämme dienten früher als Wasserleitungen an Brunnenanlagen. Und zu Schindeln geschnitten deckte das Holz mit langer Haltbarkeit zuverlässig die Dächer. Das beständige Lärchenholz eignet sich beispielsweise für Eisenbahnschwellen, Zaunpfähle, Fensterrahmen, Treppenstufen und Fußböden. Venedig ist auf Lärchenpfählen gebaut. In Zermatt soll ein aus Lärchenholz gebautes Haus tausend Jahre lang gehalten haben.
Lärchenharz war bereits in der Antike sehr begehrt als Quelle des so genannten Venezianischen Terpentins. Noch heute nutzt die Industrie dieses Harz zur Herstellung von Lacken und Klebstoffen für Glas und Porzellan.
Manche Pflanzen, zum Beispiel die Manna-Esche (Fraxinus ornus) oder die Eichenmanna-Arten Quercus vallonea und Quercus persica, scheiden eine Flüssigkeit aus, die zu 80 Prozent aus dem Zuckeralkohol Mannit besteht, der unter anderem als Zuckeraustauschstoff Verwendung findet. Dieser als Manna bezeichnete Pflanzensaft findet sich auch bei der Lärche. Ihre Nadeln geben das so genannte Manna von Briançon ab, das abführend wirkt. Das biblische Manna war übrigens höchstwahrscheinlich kein solcher Pflanzensaft, sondern entweder das Sekret von Schildläusen oder die essbare Mannaflechte (Lecanora esculenta).
Einige Pilze leben in Symbiose mit der Lärche, zum Beispiel der essbare und schmackhafte Goldröhrling. Gegen pathogene oder holzzersetzende Pilze ist die Lärche indes resistent.
Seit dem Altertum galt die Lärche als heiliger, schützender Baum. So zieren in manchen Gegenden Deutschlands Lärchenzweige die Türen und Fenster, die so genannten Hexenrüttel, die vor bösen Geistern und Blitzschlag schützen sollen. Südslawen hängen ihren Kindern ein Stück Lärchenrinde um den Hals, um den bösen Blick abzuwehren. Den guten Waldfeen, so sagt man, behagen die Lärche ebenfalls gut. Sie sollen sich gerne in den lichten Lärchenhainen aufhalten und irregelaufenen Wanderern wieder auf den rechten Weg verhelfen.

  Aus der Natur für den Menschen