
Die Ureinwohner Paraguays nannten die Ananas ana meant = köstliche Frucht, daraus wurde der Name Ananas. Die englische Bezeichnung pineapple und die spanische piña (pine, piña = Kiefer) beschreiben die zapfenartige Fruchtform. Die Philippinen bezeichnen die Ananas auch als die Frucht mit den tausend Augen.
Dass wir die Ananas hier in Europa kennen, verdanken wir Christoph Kolumbus. 1493 empfingen die freundlich gesonnenen Einwohner der Antillen-Insel Guadeloupe den fremden Ankömmling mit dieser exotischen Frucht. Kolumbus war von ihrem Geschmack so begeistert, dass er sie mit nach Hause brachte. Pflanzversuche glückten allerdings erst im 19. Jahrhundert in Gewächshäusern.
Das Eiweiß-spaltende Bromelain ist ein guter Küchenhelfer. Mit frischer Ananas gekochtes Fleisch soll zarter werden. Wer die Tropen bereist, sollte Ausschau nach den kleinen zweit- oder drittgeernteten Ananas halten. Sie sind wesentlich süßer und aromatischer als die Exportware und nur auf den lokalen Märkten zu finden. Schadhafte oder überreife Ananas verarbeiten die Erzeugerländer zu Ananas-Essig.
Die Blätter der Ananassorte Ananas lucidus liefern eine sehr feine, beigeweiße Faser, die so weich und glänzend ist wie Haar. Aus ihr lassen sich feinfaserige Gewebe herstellen, zum Beispiel Spitzenschleier. Die Fasern zu gewinnen, ist ein mühsames Unterfangen. Die Webereien schneiden dazu die zweijährigen Blätter und kämmen die Fasern von Hand mithilfe von Keramikscherben oder Kokosnussschalen aus den Blättern. Die zu Fäden verdrillten Fasern sind so zart, dass sie beim Weben leicht reißen. Ananasgewebe oder -batist ist deshalb extrem teuer. Ihre Blütezeit hatte die Ananasweberei im 19. Jahrhundert auf den Philippinen. Ihre Produkte waren international gefragt. Wesentlich einfacher herzustellende und deshalb günstigere Baumwollstoffe verdrängten jedoch die teuren Ananasgewebe. Heute versuchen einige Kooperationen zusammen mit Entwicklungshilfeprojekten, dieses traditionelle Handwerk wieder aufleben zu lassen.
Eine Ananaspflanze für Zuhause lässt sich mit etwas Glück aus dem Blattschopf einer frischen Frucht ziehen. Dazu die Blätter etwa einen Zentimeter unter dem Ansatz abschneiden, damit die Wurzelansätze erhalten bleiben. Schnittfläche 24 Stunden antrocknen lassen, dann den Blattschopf mit der Schnittfläche auf ein Gemisch aus viel Sand und etwas Torfmull setzen. Anfangs mit einer Plastikfolie bedecken und an einen warmen hellen Platz stellen. Blühen wird diese Ananas allerdings nicht.