Anbauprojekte
Rosenduft in der Wüste: Iran

Dem Geheimnis Europas auf der Spur

Haj Ali Akbar Sanati (1858-1938), ein wissbegieriger Händler aus der iranischen Wüstenstadt Kerman, suchte eine Antwort auf die Frage, was den Erfolg Europas ausmache. Etwa im Jahre 1901 zog er zu Fuß aus, die Antwort zu finden. Sein Weg führte ihn über Indien und das osmanische Reich bis nach Wien. Zehn Jahre war er unterwegs, bis er über Russland und Zentralasien zurück nach Kerman kam. Die Antwort hatte er mit im Gepäck: Bildung und Industrie seien das Geheimnis, nach dem er geforschte hatte. So gründete er in seinem damals beschaulichen Heimatort Kerman eine Textilindustrie sowie ein Waisenhaus, in dem die Kinder nicht nur Unterkunft, sondern zusätzlich Erziehung und Unterricht bekamen, auch in industrieller Arbeit. Er nahm als zusätzlichen Namen das persische Farsi-Wort Sanati an, was übersetzt „industriell“ bedeutet. Zu dieser Zeit hatte man in Iran keinen Nachnamen. Viele Waisenkinder nahmen dennoch freiwillig den Namen Sanati an. Anfang der 1960er Jahre gründete Homayoun Sanatis Vater auf dem Gelände des Waisenhauses zusätzlich ein Museum für moderne Kunst und eine Bibliothek, die bis heute bestehen.

Rosen aus dem Iran
  Aus der Natur für den Menschen