Pflanze des Monats

Wissenswertes

Der Name Karotte wurde vom wissenschaftlichen Namen "carota" abgeleitet. Dieser lateinische Begriff heißt übersetzt "gebrannt" und bezieht sich auf die purpurrote Farbe der früheren Zuchtformen.

Die Karotte ist eine geschichtsträchtige Pflanze. Bereits die germanischen Völker bauten dieses Gemüse an, das bei ihnen morha - Wurzel - hieß. Von diesem Begriff leitet sich unser Wort Möhre ab. Auch in Schweizer Pfahlbauten wurden Mohrrübensamen gefunden. Römer und Griechen der Antike erwähnten die Karotte nur als Heilpflanze: Die harntreibende Wirkung war ihnen bereits bekannt. Doch zum Essen war ihnen die noch wenig weitergezüchtete Form wohl zu holzig. Karl der Große empfahl dann den Anbau der Karotte. Ab dem Mittelalter wurde sie tatsächlich in größerem Maße kultiviert.

Durch züchterischen Fleiß können heute an die 500 verschiedenen Karottensorten gezählt werden. Begonnen hatte es mit zwei Varianten: der gelben und der violetten. Erst im 17. Jahrhundert soll es den Holländern gelungen sein, die heute allgemein bekannte orangefarbene Karotte zu züchten, die ihre Farbe dem hohen b-Carotin-Gehalt verdankt. Die violette Färbung entsteht übrigens durch sogenannte Anthocyane: Farbstoffe, die den Blüten ihre Färbung geben, so auch den kleinen violetten Blütchen der Wildmöhre. In England, wo die Möhre wegen ihrer filigranen Blütenform auch Queen Anne's lace - die Spitzen der Königin Anne - genannt wird, erzählt man sich zu diesen dunklen Blütchen folgende Geschichte: Sie seien entstanden, als sich Königin Anne beim Spitzennähen in den Finger gestochen hätte und ein Blutstropfen in die Mitte der Handarbeit fiel. Eine wissenschaftliche Erklärung für dieses besondere Phänomen der purpurnen Blüten gibt es übrigens nicht.

Geröstet und gemahlen können Karotten als Kaffeesurrogat verwendet werden. Das Karottengrün ergibt kleingehackt und gedünstet ein leckeres Gemüse.

  Aus der Natur für den Menschen